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Oyá

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Ihr Name kommt aus dem Yorùbá Òyá (Oló: Herrin - Oya: Dunkelheit) – Herrin der Dunkelheit. Sie ist auch bekannt als Yansá, auf Yorùbá Iyámsá (Iyá: Mutter - Omó: Kinder - Mesá: neun) - Mutter der Eggun.
Als Orisha wurde sie mit ihren Verehrern in die Sklaverei verschleppt. Man verehrt sie in der ganzen Neuen Welt, als Oya, Yansa, Yansan oder Iansa. In einem Kult, in dem die männliche Kraft im Lauf der Zeit fast alle Göttinnen und weiblichen Kräfte abgelöst hat, blieb Oyá unantastbar. Ihre heilige Zahl ist neun nach den neun Quellen des Flusses Niger, der auch der Fluss der Oyá genannt wird.

Oyá ist eine der drei Frauen des Donnergottes Changó (neben Oshun und Obá). Sie stahl ihm die Geheimnisse seines mächtigen Zaubers und besitzt daher beinahe ebenso große Kräfte wie er.
Sie wacht am Tor des Friedhofs, den sie von Yemayá übernahm, sowie auf Märkten. Oyá gehört zu den kämpferischen Orishas. Vor Yemayá war Oyá die Herrin der Meere. Die Meere hat sie jedoch bei einem unglücklichen Tausch verloren. Yemayá bot ihr die Friedhöfe an und Oyá war beeindruckt von der Größe dieses Landes. Ohne zu sehen, was sie da eintauschte, ging sie den Handel ein und konnte ihn danach nicht mehr rückgängig machen. Dass Oyá und Yemayá seither keine Freundinnen sind, versteht sich fast von selbst.

Im Glauben der Yoruba ist Oyá die Göttin der Transformation und des Wetters. Sie fegt als „Wind des Wandels“ über veraltete Strukturen hinweg und lässt dort, wo Ungerechtigkeit und Unterdrückung herrschen, keinen Stein auf dem anderen. Dabei ist sie stets der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet. Ihr werden vor allem Tornados, Gewitter, zerstörerische Regenstürme und das Feuer zugeordnet. Sie steht aber auch für weibliche Führungskraft, bezwingenden Charme und Wandlung. Oyá steht für Leidenschaft und Macht.

Um die Energie von Oyá zu veranschaulichen, stellt man sich am besten folgendes Szenario vor: Unerträgliche tropische Hitze, die Luft „steht“, kein kühlender Lufthauch, keine Wolke, kein schattenspendender Baum. Mit unverhoffter Schnelligkeit ziehen Gewitterwolken auf. Plötzlich ist es dunkel. Es braut sich etwas zusammen. Wind beginnt in den Bäumen zu rauschen, die ersten dicken Regentropfen klatschen schwer auf den Boden. Innerhalb weniger Augenblicke ist „sie“ da - in jedem Donnergrollen, in jedem Blitz, in der tobenden Naturgewalt des Regensturmes.

Ihren Verehrern schenkt sie zündende Worte und flammende Begeisterung, die Gabe der Überzeugung und der geschickten Verhandlungsführung.

Sie ist die Gebieterin aller Elemente im Universum.
Sie ist die Göttin der Wildnis.
Sie ist die allgewaltige Wasser-, Feuer- und Sturmgöttin.
Sie ist das tropische Wärmegewitter, der Wirbelsturm, die Abendbrise.
Sie liebt Donner und Blitz.
Sie ist der Marktplatz, die Erde.
Sie ist eine gefinkelte Geschäftsfrau.
Sie ist die Göttin des Tanzes.
Sie ist die schöne, wehrhafte Kriegerin.
Sie ist Hüterin der Friedenspforte.
Sie ist Bezwingerin der Totengeister.
Sie ist die Beschützerin der Tiere.
Sie ist die Beschützerin der Frauen.
Sie ist der weibliche Zorn.
Sie ist der Inbegriff der Veränderung.
Sie ist die unbezähmbare, wilde Kraft, die alles auflöst.
Sie ist der Atem, der die Worte trägt.
Sie ist Urmutter des Chaos – eine weibliche, starke und unabhängige Kraft.

Oyá trägt gern weinrot oder schwarz, mag die Gesellschaft starker Männer, lässt Lug und Trug sowie eitles Gehabe nicht zu, neigt zu plötzlichen Wutausbrüchen und scheut - im Bewusstsein ihrer Unbesiegbarkeit - keine handgreifliche Auseinandersetzung.

Sie weiß ihre Worte so klug, so elegant, charmant und eindringlich zu gebrauchen, dass sie aus jedem Gespräch, aus jeder Verhandlung als unumstrittene Siegerin hervorgeht.
Die Yoruba-Frauen bitten Sie um die richtigen Worte in schwierigen Situationen und verehren sie als Patronin weiblicher Führerschaft.

Inbegriff der Veränderung

Oyá ist die mächtige Göttin der Veränderung und Transformation. Immer wenn sich Menschen in dramatischen Veränderungsprozessen befinden, die z.B. Lebensumstände, Menschen, Wohnorte, Arbeitsstellen betreffen, ist Oyá im Spiel. Damit mag sie sehr grausam wirken, denn sie schneidet mit ihrer Sichel, ihrem Säbel oder ihrer Machete (auch das „Schwert der Wahrheit“ genannt) unbarmherzig alles ab, was nach Stagnation riecht, bereitet damit aber den Weg für neues Wachstum. Oyá steht für den Übergang zu einer neuen Ära, sie entwurzelt alte, festgefahrene Strukturen.  Sie symbolisiert die Kraft des Wirbelsturmes. Wenn Oyá in der physischen Welt symbolisch dargestellt wird, dann oft mit einem Tornado. Als Göttin der Übergänge ist ihr Symbol auch der Regenbogen. Immer wenn ein solcher auftaucht, aber auch bei Tornados und Erdbeben signalisiert die Göttin, dass sie da ist. Die Stärke, um Frieden zwischen gegensätzlichen Kräften herzustellen. Diese Kräfte können in Dir selbst sein, oder durch Situationen um Dich herum personifiziert werden. Zähme sie – Du hast die Stärke dazu!
Oyá verabscheut Zwietracht und Ungleichgewicht.
Sie wirkt in vielem, was unsichtbar ist, wie dem Rauschen der Winde in den Bäumen und dem Klang des gesprochenen Wortes. Wenn Changó seine Blitze auf die Erde schleudert, dann ist es seine Frau Oyá, die den Klang des Donners dazu gibt.

Die Kriegerin

Ihre Legenden erzählen, dass sie aus einem fremden Land kam, dass ihr Haar rot war, dass sie eine schöne, starke und furchtlose Kriegerin und Reiterin war mit einem Pferdeschweif und einem Säbel in der einen Hand, während sie mit der anderen Blitze vom Himmel zog.

Erster und letzter Atemzug

Als Herrscherin über die Friedhöfe ist sie auch die Hüterin der Schwelle zwischen Leben und Tod. Oyá ist der erste und der letzte Atemzug und sie schenkt alle Atemzüge dazwischen. Sie trägt die Seelen der Verstorbenen auf ihren Schwingen über die Schwelle in die „andere Welt“.

Unumstrittene Siegerin jeder Verhandlung

Sie wird zu Hilfe gerufen, wenn sich Frauen in schwer lösbaren Konflikten befinden. Die Yoruba-Frauen bitten sie um die richtigen Worte in schwierigen Situationen. Denn Oyá ist der Atem, der die Worte trägt. Sie weiß ihre Worte so klug, so elegant, charmant und eindringlich zu gebrauchen, dass sie aus jedem Gespräch, aus jeder Verhandlung als unumstrittene Siegerin hervorgeht. Diese Gabe gibt sie gerne an Frauen weiter.
Sie ist keine gemütliche Mutter, aber eine Macht, mit der sich Frauen verbünden können, wenn sie Klarheit und Entscheidung brauchen. Frauen, die in der Kraft der Göttin Oyá sind, arbeiten oft mit Drama, lassen es „donnern, blitzen und rauschen“, kehren alles von unten nach oben. Oyá steht für weibliche Führungskraft, bezwingenden Charme und Wandlung.

Veränderung:

Meine Wege sind tiefgründig,
stets gegenwärtig,
immer in Bewegung.
Ich arbeite mit Drama,
lasse es donnern und blitzen und rauschen,
kehre alles von unten nach oben.
Ich arbeite im Hintergrund,
schiebe dich und schubse dich,
verschleiße und erschöpfe dich.
Ich wirble und beutle dich;
ich spritze dich voll und drücke dich platt;
ich entsetze dich und wiege dich.
Ich mache den Weg frei für das, was kommt.
Ich kann zierlich sein oder von überwältigender Fülle,
kurz oder von Dauer, aufbrüllend oder aufwallend.
Es gibt keinen Weg an mir vorbei.

Oyá dance - Yusimi Moya (Video)

Gebet für Oyá:

Oyás Caminos

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Charakteristika:

Orisha des Windes, des Blitzes und des Marktes

Farben:
weinrot, braun

Zahlen:
9

Wochentag:
kein spezieller

Feiertag:
2. Februar

Natürl. Umgebung:
Friedhofstore, Marktplätze,
Stürme und Stellen, an denen ein Wirbelsturm gewütet hat

Caminos:
23

Synkretisierung:
Hl. Theresa
Virgen de la Candelaria

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