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Obi

Zunächst braucht man für das Obi-Orakel 5 Stücke einer möglichst frischen Kokosnuß.Die harte Schale wurde hier bereits entfernt.Mit etwas Glück und Geschick bleibt das Innere dabei sogar in einem Stück erhalten.

Das Obi-Orakel dient zur Kommunikation mit den Orishas. Es beantwortet Fragen, die so gestellt werden sollen, daß sie nur mit "ja" oder "nein" zu beantworten sind.
Die Fragen werden ausschließlich für die eigene Person gestellt und nicht für andere Personen.

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Pataki: Wie Obi zum Orakel wurde

Einer der weniger bekannten Orishas in der Yoruba-Religion ist Obi, das Symbol für die Kokosnuss, Orakel der Santeria und geschaffen von Olodumare, dem Vater aller Orishas.
Als dieser Orisha in seinem ersten Leben auf der Erde weilte, gab ihm Olodumare eine sehr hohe Position in seinem Reich. Obi war außen und innen weiß als Zeichen für die Reinheit seines Charakters, er war frei von Eitelkeit und Stolz. Er besaß so viel Charme, dass ihn alle respektierten, die zu dieser Zeit auf der Erde weilten. Obi genoss das Vertrauen und den Respekt aller seiner Brüder und war nicht nur für seine Fähigkeit zur Interpretation des Orakels bekannt, sondern auch für seine Fairness und Unparteilichkeit. Deshalb wurde Obi von Armen und Reichen gleichermaßen geschätzt.
Im Lauf der Zeit wurde Obi immer berühmter. Leute kamen von weither, um ihn zu konsultieren, einflussreiche Menschen kamen mit wertvollen Geschenken, um ihn zu sehen.

Eines Tages kam sein Bruder Elegguá zu Besuch. Obi nahm ihn mit Begeisterung in seinem neuen Haus auf und war glücklich, seinem Bruder die Früchte seiner Arbeit zeigen zu können. Aber Elegguá konnte seinen Besuch nicht genießen. Als er gegenüber von seinem Bruder saß, fiel ihm auf, dass Obi nun nicht mehr in ein einfaches weißes Gewand gekleidet war, sondern in reine Seide und dass ihre Gespräche sich nur um einflussreiche Freunde drehten.

Ihre Unterhaltung wurde plötzlich durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen. Während Obi die Tür öffnete, wunderte sich Elegguá, wie sehr sich sein Bruder verändert hatte, den er früher so bewundert hatte.
Als Obi wieder den Raum betrat, fragte er Elegguá verärgert und empört: „Haben denn die Leute meine Bedeutung nicht erkannt?“ Er fuchtelte mit seinen Händen in der Luft umher. „Was sollen denn meine Freunde denken, wenn ich mit einem Bettler spreche? Ich habe ihn gerade fortgejagt!“

Elegguás Erstaunen wurde immer größer, er konnte es nun nicht mehr ertragen und lief von Obis Haus weg zu Obatalá, ihrem Vater. Er berichtete ihm, was in Obis Haus vorgefallen war und Obatalá hörte seinem Sohn schweigend zu. Einige Tage lang überlegte er, was er unternehmen sollte und machte sich dann auf den Weg zu Obis Haus.

Als er dort als Bettler verkleidet ankam, war gerade eine große Feier im Gange, zu der Obi alle einflussreichen Menschen eingeladen hatte. Obatalá klopfte an die Tür und wieder verwehrte dieser erzürnt über die Störung den Eintritt, noch dazu an seinem Festtag. Doch Obatalá drückte gegen die Tür und als er begann, laut zu sprechen, erkannte Obi die Stimme seines Vaters. Er öffnete die Tür und fiel zitternd vor dessen Füße.
Obi hörte ohne hinzusehen, was Obatalá sagte: „Du hast dich von Stolz und Eitelkeit dominieren lassen und verdienst deshalb nicht diese Position in meinem Reich. Von jetzt an bis zu deinem Ende wirst du auf der Außenseite schwarz sein und du wirst auf dem Boden rollen, sodass du in deinem Inneren weiß bleibst.“ Der Himmel trübte sich und alles rundum war still, nur der Donner seiner Stimme hallte, als Obatalá streng fortfuhr: „Du wirst in Hinkunft das Orakel für die anderen Orishas sein, du wirst nie mehr zu Ihnen sprechen, aber sie werden durch dich sprechen!“

Obi-Interpretation

Gebet für Obi